Vorstand der Abteilung für Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie
der Universitätsklinik Salzburg
Paracelsus Medizinische Privatuniversität

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Müllner Hauptstr. 48, A-5020 Salzburg
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Tel. +43 57255 51001

Universitätsklinik für Chirurgie
Sekretariat: Frau M. Schühler
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Der Darm

Der ca. 4-6 m lange Darm ist mit seinen zwei Abschnitten - dem Dünndarm (mit Zwölffingerdarm) und dem Dickdarm (mit Enddarm) - das wichtigste Organ des menschlichen Verdauungs-traktes. Seine Hauptaufgabe ist es Nährstoffe, die der Körper benötigt aus der Nahrung aufzunehmen. Im Zwölffingerdarm, dem ersten Teil des Dünndarms, wird bereits ein Großteil der Nährstoffe resorbiert. Wasser und Salze werden anschließend im Dickdarm dem Stuhl entnommen.

Der Darm wird nicht nur mit der Nahrung sondern auch mit allen anderen Dingen, die in den Körper gelangen konfrontiert. Medikamente, kontaminierte Nahrung (Pestizide usw.) und Giftstoffe wie Nikotin und andere Suchtmittel können den Darm sehr belasten. Auch ist ein großer Teil unseres Immunsystems im Darm lokalisiert und kein anderes Organ reagiert so prompt auf Stress und seelische Belastungen. Viele Nervenbahnen führen vom Darm direkt ins Gehirn. Und daher kommt es, dass Angst und Ärger sich schnell auf den Zustand unseres Darms auswirken. So führt nicht nur schlechte oder unausgewogene Ernährung dazu, dass Darm-probleme sich immer mehr in unserer Gesellschaft breit machen.

Krankheiten des Darms gibt es eine ganze Reihe. Für den Chirurgen relevant sind vor allem der sog. Reizdarm, die Divertikulitis , chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie der Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa und schließlich der Darmverschluss.

Der Reizdarm und seine Symptome

Unter Reizdarm versteht man eine Funktionsstörung des Darms, für die sich trotz gründlicher Untersuchung keine medizinische Ursache finden lässt. Man geht davon aus, dass neben rein psychischen Gründen bei den Patienten Darmbewegungen gestört sind und sie besonders stark reagieren auf Luftansammlungen im Darm. Symptome des Reizdarms sind Bauchschmerzen, ein Druckgefühl im Bauch, Völlegefühl und Blähungen.

Die Divertikulitis und ihre Symptome

Ursache der Divertikulitis sind Ausstülpungen (Divertikel) in der Darmwand, die vor allem bei älteren Menschen am Übergang zwischen Dickdarm und Mastdarm vor-kommen. Entzünden sich diese Divertikel, so sind Fieber und Schmerzen die Folge. Im schlimmsten Fall kann es durch Platzen der Divertikel zum Riss in der Darmwand und zum Austritt von Blut und Stuhl in den Bauchraum kommen.

Morbus Crohn und seine Symptome

Morbus Crohn - nach dem amerikanischen Darmspezialisten Bernhard Crohn benannt - ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung des gesamten Magen-Darm-Traktes. Die Entstehung des Morbus Crohn ist nicht eindeutig geklärt. Man geht von einer Autoimmunerkrankung der Darmschleimhaut aus, d.h. körpereigene Antikörper greifen die Schleimhaut an und sie entzündet sich. Dabei kann es zu einem diskontinuierlichen Befall der Darmschleimhaut kommen, d.h. dass einige Darmabschnitte befallen, andere hingegen gesund bleiben. Häufige Durchfälle, Bauchschmerzen, Fieber, Blut- und Schleimabgänge sowie Gewichtsverlust sind die Folge.

Colitis ulcerosa und ihre Symptome

Die Colitis ulcerosa ist wie der Morbus Crohn eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Beide haben viele Gemein-samkeiten. Die Entstehung, die Häufigkeit und die Symptome beider Krankheiten sind sehr ähnlich. Anders als beim Morbus Crohn ist bei der Colitis ulcerosa nur der Dickdarm bis hinein in den Enddarm kontinuierlich betroffen. Es gibt keinen diskontinuierlichen Befall der Darmschleimhaut. Nicht selten ist eine exakte Zuordnung der beiden chronischen Entzündungen schwierig.

Der Darmverschluss

Beim dem Darmverschluss kommt es zu einer Unterbrechung der Darmpassage, die verschiedenste Ursachen haben kann z.B. ein Fremdkörper oder eine Entzündung im Darm, ein Darmtumor oder auch ein Gallenstein, der in den Darm gelangt ist. Hier muss umgehend ein chirurgischer Eingriff erfolgen. 

Diagnose der Darm-Erkrankungen

Um bei diesen Darmerkrankungen die richtige Diagnose stellen zu können, stehen uns im Zentrum für Darmerkrankungen der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg die modernsten Geräte der Diagnostik zur Verfügung. Wir führen hochauflösende Ultraschalluntersuchungen des Bauches durch, nehmen Gewebsproben und lassen Sie in unseren Labors untersuchen. Wir machen eine Endoskopie oder ggf. eine sanfte Koloskopie des Dickdarms, d.h. eine Darmspiegelung, die der Patient durch eine Prämedikation kaum spürt. Zur Spiegelung des  Dünndarms  steht uns bei der BHS die Kapselendoskopie zur Verfügung. So können wir sicher sein für unsere Patienten anschließend die optimale Behandlung einzuleiten.

Therapie der Darm-Erkrankungen

Zunächst versuchen wir alle Darmerkrankungen medikamentös und durch spezielle Diäten zu behandeln. Je nach Schwere der Entzündung führt dies bereits häufig zu einem guten Ergebnis. Eine Operation führen wir nur dann durch, wenn die Medikamente nicht greifen oder Komplikationen auftauchen. Sind Operationen nicht zu vermeiden, werden sie darmsparend durchgeführt, d.h. es wird nur so viel vom Darm weggenommen wie unbedingt notwendig. Damit der Patient möglichst wenig Wund-schmerz verspürt und er sich schneller erholt, operieren wir wann immer es möglich ist die Darmerkrankungen laparoskopisch. Diese Operationsmethode schont das Gewebe und hinterlässt nur kleine Narben.

Vorsorge der Darm-Erkrankungen

Es ist bewiesen, dass Raucher doppelt so häufig eine entzündliche Darmerkrankung bekommen als Nichtraucher. Sinnvoll ist es regelmäßig bei einem Spezialisten eine Koloskopie durchführen zu lassen. Denn dabei kann der Arzt Veränderungen der Darmschleimhaut und Darmwand feststellen und eine Therapie einleiten. Haben Sie häufig oder gar regelmäßig Bauchschmerzen, Durchfall oder Blut im Stuhl, suchen Sie ebenfalls einen Spezialisten auf, um die Ursache für Ihre Beschwerden feststellen zu lassen.