Vorstand der Abteilung für Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie
der Universitätsklinik Salzburg
Paracelsus Medizinische Privatuniversität

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Universitätsklinik für Chirurgie
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Die Galle/Gallensteine

Die Galle ist eine Körperflüssigkeit, die in der Leber produziert und in der Gallenblase eingedickt und gespeichert wird. Während der Mahlzeiten wird sie in den Darm weitergeleitet, denn sie spielt eine wichtige Rolle im Verdauungs-prozess. Sie hilft bei der Verarbeitung von Fetten und trägt zur Neutralisierung des sauren Speisebreis aus dem Magen bei. Sie dient aber auch der Aus-scheidung verschiedener Substanzen aus dem Körper, wie z.B. der von Cholesterin. An Gallensteinen und Gallenblasenentzündungen erkranken jährlich fast 30.000 Österreicher.

Gallensteine

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung haben Gallensteine, wobei nur jeder vierte dabei Beschwerden bekommt. Frauen trifft es zirka doppelt so häufig wie Männer. Die Beschwerden beginnen meist zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr. Fettreiche Ernährung, ein zu hoher Cholesterinspiegel im Blut und die zunehmende Anzahl an Diabeteskranken tragen zur Entstehung der Gallensteine bei. Neuesten Studien zufolge sind aber auch genetische Gründe bei etwa einem Viertel der Bevölkerung dafür mitverantwortlich. Gallensteine entstehen zumeist aus Cholesterin, wenn ein Überangebot davon in der Gallenflüssigkeit vorliegt. Erreichen sie eine entsprechende Größe, sind sie kantig und können sich im Gallengang verhaken und Schmerzen auslösen.

Gallenblasenentzündung

Häufigste Ursache der Gallenblasenentzündung sind ebenfalls Gallensteine. Sie verhindern den Abfluss der Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase und es kommt zu einer Überfüllung und Entzündung.      

Symptome für Gallensteine

Die typischen Symptome sind kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die in Intervallen von zehn bis 15 Minuten wiederkehren.Man spricht bei diesen Schmerzen auch von einer Gallenkolik. Unspezifische Symptome wie ein Druck-gefühl und ziehende Schmerzen im rechten Oberbauch, sowie ein Völle- und Geblähtheitsgefühl nach Mahlzeiten, können ebenfalls auftreten. Man fühlt sich krank, hat Schweißausbrüche, Appetitlosigkeit, Erbrechen und manchmal kommt es zu einer Gelbverfärbung der Augen und Haut . Der Stuhl kann sich hell, der Urin dunkel verfärben. 

Diagnose von Gallensteinen

Neben der Blutuntersuchung kommt vor allem der Ultraschall zum Einsatz. Er muss in nüchternem Zustand durchgeführt werden. In seltenen Fällen sind spezielle Kernspindiagnostiken der Gallenwege ( MRCP ) oder endoskopische Verfahren (ERCP ) notwendig. 

Therapie von Gallensteinen

Handelt es sich um größere Gallensteine oder um mehrere, so müssen sie operativ entfernt werden. Bei einer solchen Operation wird die gesamte Gallenblase entfernt. In der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg behandeln wir jedes Jahr viele 100 Gallenpatienten und müssen in vielen Fällen die Gallenblasen entfernen - mit der sogenann-ten Minimalinvasiven (MILS)-Methode. Für den schonenden Eingriff nehmen wir modernste Instrumente, deren Durchmesser einem Streichholz gleichen: Die Schnitte und Wunden sind so klein, dass sie nicht genäht werden müssen, sondern sie werden mit einem speziellen Gewebekleber versiegelt. So entstehen kaum Narben. Ohne Gallenblase kann man sehr gut leben. Gallensteine, die sich im Gallengang festsetzen, werden bei uns endoskopisch durch die sog. ERCP (Endoskopische Retrograge Cholangio Pankreatikografie) entfernt. Einschränkungen beim Essen oder Trinken nach der Operation gibt es nicht, im Gegenteil: hat die Galle Probleme gemacht, sind diese in der Regel nach einer Operation verschwunden.

Vorsorge von Gallensteinen

Gallensteine lassen sich durch eine ausgewogene Ernährung vermeiden. Die Steinbildung wird begünstigt durch eine faserarme, kalorien- und kohlenhydratreiche Kost. Zu wenig Bewegung, Übergewicht oder ein rascher Gewichtsverlust können ebenfalls zur Entstehung von Gallensteinen beitragen. Bei genetischer Veranlagung zu Gallenproblemen empfehle ich unbedingt eine Prophylaxe mit speziellen Medikamenten.