Vorstand der Abteilung für Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie
der Universitätsklinik Salzburg
Paracelsus Medizinische Privatuniversität

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Müllner Hauptstr. 48, A-5020 Salzburg
k.emmanuel@salk.at
Tel. +43 57255 51001

Universitätsklinik für Chirurgie
Sekretariat: Frau M. Schühler
Müllner Hauptstr. 48, A-5020 Salzburg
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Die Leber

Kraftwerk und Kläranlage

Sie ist die Entgiftungszentrale des Körpers und daher überlebenswichtig. Die Leber filtert Giftstoffe aus dem Blut, wandelt Schadstoffe in ungiftige Substanzen um und scheidet diese anschließend aus. Sie ist  Stoffwechsel- und Speicherorgan, reguliert den Fett- und Zuckerstoffwechsel und lagert wichtige Nährstoffe ein. Die Leber verarbeitet Bestandteile aus der Nahrung, gewährleistet die Blutgerinnung und reguliert den Blutzuckerspiegel. Sie produziert Gallensaft, der zur Fettverdauung benötigt wird und reguliert den Hormonhaushalt. Sie spielt eine Schlüsselrolle in der Immunabwehr und kann Viren und Bakterien aus dem Darm oder dem großen Blutkreislauf vernichten. Die Leber ist ein Kraftwerk und eine Art Kläranlage des Körpers. Ohne sie könnte der Mensch nur wenige Stunden überleben.

Erkrankungen der Leber

Die häufigsten Schädigungen entstehen durch Alkohol und fettreiche Ernährung. Durch eine dauerhaft schlechte Ernährung wird der Leber zu viel Fett zugeführt und sie speichert dieses Fett ein. Man spricht dann von einer Fettleber. Ein Drittel aller Österreicher haben bereits eine Fettleber. Solange nur eine Fettleber vorliegt, haben es die Patienten selbst in der Hand, sie wieder abzubauen. Ein paar Wochen strenge Diät reichen in der Regel aus, um sie rückgängig zu machen.

Aus der Fettleber  kann sich langfristig die Leberzirrhose bilden, die 10% der Betroffenen erreicht- und die Leberzirrhose lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Hier wandelt sich Lebergewebe in Bindegewebe um und Leberzellen werden massiv zerstört. Sie ist das Endstadium vieler chronischer Erkrankungen der Leber.

Durch Virusinfektionen kann sich die Leber entzünden und zu einer Hepatitis führen. Je nach dem verursachenden Virus unterscheidet man Hepatitis A,B,C oder E. In der Leber kann sich aber auch eine Krebserkrankung entwickeln. Man unterscheidet den primären Leberkrebs, das Leberkarzinom, das direkt in der Leber entsteht von Lebermetastasen. Diese sind Tochtergeschwülste von Tumoren, die in anderen Organen ihren Ursprung haben, z.B. im Dickdarm, der Lunge oder in der Brustdrüse.

Symptome der Lebererkrankungen

Da die Leber keine Schmerzrezeptoren hat, treten bei Erkrankungen keine Schmerzen auf. Bestimmte Frühsymptome sollten jedoch hellhörig machen. Das sind bleierne Müdigkeit, Abgeschlagenheit, man fühlt sich ohne Antrieb. Weitere mögliche Symptome im fortgeschrittenen Stadium sind Wasseransammlungen im Bauch, Völlegefühl, bei Männern lichtet sich die Behaarung am Bauch.

Die Haut bekommt einen eindeutigen Gelbton, Muttermale in Form kleiner Spinnen treten auf der Haut auf. Wenn bereits eine Leberzirrhose und schon eine starke Schädigung vorliegt, wird der Körpergeruch sauer und stechend.

Diagnose von Lebererkrankungen

Gibt es Anzeichen einer Lebererkrankung, so müssen zunächst mehrere Blutparameter, bildgebenden Verfahren als auch das klinische Erscheinungsbild miteinander kombiniert werden. Nur die interdisziplinäre Kompetenz des Uniklinikum ermöglicht die exakte Diagnostik von gut- und bösartigen Neubildungen in der Leber und Gallenblase. In unserem Leber- und Galle - Zentrum im Universitätsklinikum Salzburg beginnen wir zunächst mit hochauflösenden Ultraschall Untersuchungen.
Durch hochtechnologische, bildgebende Verfahren wie z.B. die Dünnschichtcomputertomographie oder Kernspin-tomographien können Lebertumore diagnostiziert oder ausgeschlossen werden. Auch eine Leberpunktion wird herangezogen, um Aufschluss über die exakte Erkrankung zu geben.

Therapie der Lebererkrankungen

Während man die Fettleber durch eine strenge Diät in wenigen Wochen wieder abbauen kann, lässt sich eine Leberzirrhose weder rückgängig machen noch kann man sie operieren. Hier darf der Patient seine Leber nicht mehr weiter schädigen. Alkoholgenuss ist verboten. Nicht dringend benötigte Medikamente, müssen sofort abgesetzt werden. Die Behandlung der durch Viren verursachten Hepatitis, erfolgt medikamentös und führt bei den meisten Patienten nach kurzer Therapiezeit und mit wenig Nebenwirkungen zu einer vollständigen Ausheilung. Wird ein Tumor an der Leber diagnostiziert, muss eine Entfernung durch eine Operation erfolgen. Auch ein gutartiger Tumor, ein sog. Adenom, sollte unbedingt entfernt werden.

In unserm Leber-Galle Zentrum im Universitätsklinikum der Chirurgie in Salzburg operieren wir gutartige und bösartige Lebertumore laparoskopisch, mit der sog. Schlüssellochmethode. Die äußeren Einschnitte und verbleibenden Narben sind dabei minimal, die Genesungszeit kurz, eine sehr schonende Methode für den Patienten. In besonders schwierigen Fällen von Metastasen kann nur mit der Methode des NanoKnife erfolgreich operiert werden (siehe Leberkrebs). Schneidet man einen Teil der Leber weg, so wächst diese binnen sechs bis zwölf Wochen wieder nach. Mittlerweile kann man bis zu 80% dieser Drüse entfernen. Die restliche Leber übernimmt dann kurzfristig alle Aufgaben.

Früherkennung und Vorsorge von Lebererkrankungen

Die Früherkennung spielt auch bei Lebererkrankungen eine entscheidende Rolle. In den Gesundenuntersuchungen, denen man sich ein Mal jährlich unterziehen sollte, werden auch Laborwerte untersucht, die Aufschluss über den Zustand der Leber geben. Auch Tumore werden häufig im Rahmen einer Gesundenuntersuchung entdeckt. Grund genug, sich regelmäßig in unserem Universitätsklinikum untersuchen zu lassen.

Vorbeugend empfehle ich viel Bewegung und gesunde Ernährung. Bewegung sorgt für eine gute Durchblutung der Leber und beschleunigt den Stoffwechsel. Beim Schwitzen wird der Körper zudem über die Haut entgiftet. Bewegung baut Fett ab und die Leber erholt sich. Was die Ernährung betrifft, empfehle ich Vollkornprodukte, Milchprodukte mit niedrigem Fettanteil, Obst und Gemüse, hochwertige Pflanzenöle häufig zu sich zu nehmen. Selten konsumiert werden sollten tierische Fette, Paniertes, Frittiertes, Fertigprodukte, stark zuckerhaltige Produkte und Alkohol.