Vorstand der Abteilung für Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie
der Universitätsklinik Salzburg
Paracelsus Medizinische Privatuniversität

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Müllner Hauptstr. 48, A-5020 Salzburg
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Universitätsklinik für Chirurgie
Sekretariat: Frau M. Schühler
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Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das sich an der Vorderseite des Halses befindet. Es hat die Aufgabe Hormone freizusetzen, die Schilddrüsenhormone, die für den Energiestoffwechsel und das Wachstum der Zellen von großer Bedeutung sind.

Es gibt ganz unterschiedliche Erkrankungen der Schilddrüse. Die bekannteste unter ihnen ist die Struma , im Volksmund auch als Kropf bezeichnet. Die Struma ist eine Vergrößerung der Schilddrüse und kann diffus ohne Knotenbildung als „struma diffusa“ oder mit knotigen Veränderungen als „struma nodosa“ vorliegen. Die knotigen Ver-änderungen können sowohl gutartig ( benigne; meistens ) als auch bösartig sein in Form von Schilddrüsenkrebs ( maligne; selten ). 40 -60 Prozent aller Erwachsenen haben Knoten in ihrer Schilddrüse. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen.

Die Vergrößerung der Schilddrüse kann mit einer funktionellen Schilddrüsenveränderung einhergehen, sowohl mit einer Überfunktion der Schilddrüse ( Hyperthyreose ) als auch mit einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose ). Bei der Überfunktion wird mehr Schilddrüsenhormon produziert als notwendig, bei der Unterfunktion weniger als notwendig. Häufigste Ursache dafür ist Jodmangel. Als weitere Erkrankungen der Schilddrüse gibt es die Entzündungen. Die bekannteste unter ihnen ist die Hashimoto-Thyreoiditis.

Symptome der Schilddrüsen-Erkrankungen

Die Symptome der Schilddrüsenerkrankungen sind davon abhängig ob eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt. Die Überfunktion der Schilddrüse äußert sich durch eine übermäßige Organfunktion des Patienten, durch vermehrte Unruhe und Nervosität, einen beschleunigten Herzschlag bis zu Herzrhythmus-störungen und einem erhöhten Stoffwechsel mit Erschöpfung und vermehrtem Schwitzen sowie ungewolltem Gewichtsverlust. Im Gegensatz dazu sind Patienten mit einer Unterfunktion der Schilddrüse eher antriebslos, müde und abgeschlagen, neigen zu Verstopfungen, Gewichtszunahme, Kältegefühl und trockener Haut und die Organfunktionen sind verlangsamt.

Die meisten Knoten der Schilddrüse führen zunächst nicht zu typischen Beschwerden, wenn eine normale Stoffwechsellage (=euthyreotes Struma) vorliegt. Ab  einer gewissen Größe  können  Schwierigkeiten   beim Schlucken
und ein Kratzen im Hals vorkommen. Oft werden solche Knoten im Rahmen einer Untersuchung durch den Hausarzt entdeckt, wenn der Hals abgetastet wird. Nicht selten bemerken die Patienten auch Veränderungen der Schilddrüse, wenn sie  sich  im  Spiegel  betrachten. Die  typische  Beschwerdesymptomatik  der 
Hashimoto-Thyreoiditis ist ähnlich der Überfunktion: es bestehen anfäng-liche Druckgefühle und/oder Druckschmerzen im Halsbereich, die meist mit Unruhe, Nervosität und Erschöpfung bis hin zu vermehrtem Schwitzen einher-gehen. Es kann zu einer ausgeprägten, oft über Wochen andauernden Beein-trächtigung der Lebensqualität kommen.

Neues Schilddrüsen-Team an den Salk  -  Kronenzeitung vom 18.9.2016

 

Diagnose der Schilddrüsen-Erkrankungen

Um festzustellen, ob eine und ggf. welche Schilddrüsen-erkrankung vorliegt, führen wir im Zentrum für Schilddrüsen Erkrankungen der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg folgende Untersuchungen durch : die Laboruntersuchung der Blutwerte, die Ultraschall-untersuchung des Halses, die Szintigraphie und gegebenenfalls die Feinnadelpunktion. Durch die Laboruntersuchung der Schilddrüsenhormone (T3, T4, TSH) können wir unterscheiden, ob eine Unterfunktion
der Schilddrüse oder eine Überfunktion der Schilddrüse vorliegt.

Mit dem Ultraschall bestimmen wir die Größe der Schilddrüse und erkennen ob knotige Veränderungen vorhanden sind. Die Szintigraphie kann unterscheiden ob so genannte „heiße“ oder „kalte“ Knoten vorliegen. Hinter „kalten“ Knoten können sich bösartige Erkrankungen der Schilddrüse (Schilddrüsenkrebs) verbergen. Hier erweitern wir die Diagnostik durch spezielle Blutuntersuchungen (Tumormarker) und eine Feinnadelpunktion . Nicht selten können wir erst durch eine operative Entfernung des Knotens und die anschließende feingewebliche Aufbereitung beurteilen, ob der Knoten gut- oder bösartig war. 

Therapie der Schilddrüsen-Erkrankungen

Grundsätzlich gilt bei der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen, dass alle knotigen Veränderungen der Schilddrüse operativ entfernt werden sollten, besonders jene, die als Einzelknoten in ansonsten unauffälligem Gewebe vorkommen. Ist die Schilddrüse von mehreren kleinen Knoten durchsetzt, sollte ebenfalls eine operative Sanierung durchgeführt werden. Besondere Indikationen zur Operation bestehen bei Entzündungen wie der Hashimoto Thyreoiditis, Autoimmunerkrankungen wie dem Morbus Basedow und natürlich bei nicht medikamentös einstellbarer Hyperthyreose (Überfunktion). Das Ausmaß der Resektion richtet sich dabei individuell nach jedem Patienten. Wenn immer es möglich ist, operieren wir in der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg die Schilddrüsenknoten minimalinvasiv.

Vorsorge gegen Schilddrüsen-Erkrankungen

Chronischer Jodmangel in der täglichen Nahrung und dem Trinkwasser führen zu Schilddrüsenerkrankungen. Daher kann man durch die Zugabe von Jod zur Nahrung oder dem Trinkwasser die Gefahr mindern, dass Knoten ent-stehen. Die Zugabe von Jod im Speisesalz müsste in Österreich doppelt so hoch sein wie sie momentan ist.Das erklärt warum in Österreich die Zahl der Schilddrüsener-krankungen so hoch ist.

Meeresfische sind in Europa die Nahrungsmittel mit dem höchsten Jodgehalt (Schellfisch ca. 240 µg in 100 g oder Hering ca. 50 µg in 100 g). Milchprodukte, Brot, Fertiggerichte, Kantinenessen und handelsübliches  Kochsalz werden mit Jodid angereichert zur Steigerung der Jodversorgung.

Diese Zugabe von Jod in den Lebensmitteln ist in den einzelnen europäischen Ländern unterschiedlich hoch. Außerdem wird in mehreren Ländern das Tierfutter jodiert, um Jod in die Nahrungskette zu bringen. Grenzwerte legt dabei die EU fest.

Eine ausreichende Jodversorgung von 150 bis 200 Mikrogramm pro Tag ist in Gebieten mit vielen Schilddrüsenerkrankungen wie Deutschland und Österreich durch den Verzehr von jodhaltigen Nahrungsmitteln wie Meeresfischen oder auch durch Nahrungsergänzungsmittel ( z.B. Meeresalgenpräparate ) zu empfehlen. Ebenso ist die Einnahme von Jodtabletten möglich. Eine schädliche Überdosierung tritt erst bei einer Dosierung von 500 µg oder mehr pro Tag ein.