Vorstand der Abteilung für Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie
der Universitätsklinik Salzburg
Paracelsus Medizinische Privatuniversität

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Universitätsklinik für Chirurgie
Sekretariat: Frau M. Schühler
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Schilddrüsenkrebs

Die Schilddrüse gehört zu den endokrinen (hormonbildenden) Organen, ist im Halsbereich lokalisiert und spielt durch das Freisetzen ihrer Hormone eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und beim Wachstum der Körperzellen. In Österreich erkranken jährlich fast 1000 Patienten an Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom). Frauen sind etwa zwei bis drei Mal häufiger betroffen als Männer. Wird der Schilddrüsenkrebs rechtzeitig erkannt und behandelt, haben die Patienten nach einer Therapie allerdings sehr gute Chancen auf Heilung.

Die genaue Ursache der meisten Schilddrüsenkarzinome ist nicht bekannt. Der so genannte Kropf (Struma), eine gutartige Vergrößerung der Schilddrüse, die in Jodmangelgebieten gehäuft auftritt, erhöht das Risiko für ein Schilddrüsenkarzinom vor allem bei den unter 50-Jährigen.

Auch gilt die Belastung mit Röntgen- oder radioaktiven Strahlen als Risikofaktor für die Entstehung des Krebses. So gab es z.B. nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl im Jahr 1986 in der Region ein Vielfaches an Schildrüsenkrebs Erkrankungen. Die erbliche Veranlagung ist bei der Entwicklung der Erkrankung nicht außer Acht zu lassen.

Es werden vier verschiedene Arten des Schilddrüsenkrebses unterschieden. Der häufigste Tumor der Schilddrüse ist das papilläre Karzinom, gefolgt von dem follikulären Karzinom. Das anaplastische – sowie das medulläre Karzinom sind dagegen sehr selten. Die drei erstgenannten Tumore gehen von den hormonbildenden Zellen der Schilddrüse aus, das medulläre Karzinom hingegen von den C-Zellen des Organs, die für den Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen.

Symptome des Schilddrüsenkrebses

Die Symptome des Schilddrüsenkrebses sind oft zunächst unspezifisch. Typischerweise wird als Erstes eine Knotenbildung im Bereich der Schilddrüse bemerkt. Dabei kann die Schilddrüse insgesamt entweder vergrößert sein, wie bei dem so genannten Kropf (Struma) oder normalgroß bleiben. Häufig gehen diese Knoten mit vergrößerten Halslymphknoten einher, die auch schon frühzeitig auftreten können. Spätsymptome sind dann Schluckstörungen mit einer mangelnden Schluckverschieblichkeit der Schilddrüse, eine Heiserkeit als Ausdruck einer Stimmbandnervenlähmung, die durch die Schilddrüse hindurch zieht, sowie eine derbe Konsistenz der Schilddrüse, ein Druckgefühl in der Halsregion und Atemnot. 

Diagnose des Schilddrüsenkrebses

Das wichtigste in der Diagnostik des Schilddrüsenkrebses ist die intensive klinische Untersuchung, in der die Halsregion des Patienten auf der Suche nach Knoten und Lymphknotenschwellungen abgetastet wird. Bei der Feststellung eines Knotens gibt dann zusätzlich der Ultraschall (Sonographie) und die Schilddrüsen-Szintigraphie Aufschluss darüber, ob es sich um einen Tumor (Schilddrüsenkarzinom) oder um einen gutartigen Knoten handelt. Wenn notwendig kann im Rahmen der Sonographie auch eine Feinnadelpunktion mit darauffolgender histologischer Untersuchung des Punktats durchgeführt werden. Laboruntersuchungen können zusätzliche Informationen erbringen. Bei einer geplanten Operation führen wir im Zentrum für Schilddrüsenerkrankungen in der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) vor jeder Operation durch, um eventuelle Schädigungen der Stimmbänder festzustellen.

Neues Schilddrüsen-Team an den Salk - Kronenzeitung vom 18.9.2016

Therapie des Schilddrüsenkrebses

Die Planung der Therapie und Nachsorge sind das Wichtigste, wenn ein Schilddrüsenkrebs diagnostiziert wurde. In der Regel wird dann im Rahmen einer Operation das gesamte Organ (Thyreoidektomie) entfernt. Nur selten, wenn der Tumor noch ganz klein ist, kann lediglich der betroffene Schilddrüsenlappen reseziert werden. Hat sich der Krebs schon in die benachbarten Strukturen wie Luftröhre oder Speiseröhre ausgebreitet, müssen auch diese Strukturen, soweit möglich entfernt werden. In den meisten Fällen ist es notwendig, auch die die Schilddrüse umgebenden Lymphknoten durch die sog. Neck-Dissection mit zu entfernen, um komplette Tumorfreiheit zu gewährleisten.

Nach der Operation folgt in den meisten Fällen die Radiojodtherapie mit der nach der Operation eventuell verbliebene Tumorzellen zerstört werden können und ein Rezidiv vermieden werden soll.

Nimmt der Tumor kein Jod auf, kann die postoperative Strahlentherapie zum Tragen kommen. Letztlich muss sich der Patient anschließend einer lebenslangen Hormontherapie unterziehen, die dem Körper künstliche Schilddrüsenhormone zuführt, um die fehlende Schild-drüsenfunktion zu ersetzen. 

Vorsorge gegen Schilddrüsenkrebs

Generell führt chronischer Jodmangel zu Schilddrüsenerkrankungen. Die regelmäßige Jodzugabe durch die Nahrung kann die Gefahr an Schilddrüsenkrebs zu erkranken deutlich verringern. Ebenso ist der Verzehr an Meeresfischen mit hohem Jodgehalt sinnvoll. In Absprache mit einem Spezialisten ist eventuell auch die zusätzliche Einnahme von Jodtabletten zu empfehlen. Sollten Sie merken, dass sich in Ihrem Hals Knoten bilden, Sie länger anhaltende Schluckbeschwerden oder Atemnot und Heiserkeit verspüren, sollten Sie umgehend einen Spezialisten aufsuchen, um den Schmerzen nachzu-gehen. Je früher die Ursache für ihre Beschwerden diagnostiziert wird, desto eher kann der Schilddrüsenkrebs therapiert - und eventuell sogar eine Operation vermieden werden.